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Kita-Botschafter statt Wahlkampf-Strohfeuer: Kita-Aktionsbündnis im Gespräch mit Landespolitikerinnen


Datum: 27.04.2017

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Neumünster, 27.4.2017. „Von den Landespolitikerinnen und -politikern wünschen wir uns, dass sie sich langfristig für eine Stabilisierung des Kitabereichs im Lande einsetzen“, so Markus Potten, Sprecher des Kita-Aktionsbündnisses und Geschäftsführer des Verbandes Evangelischer Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein e.V. (VEK). „Und zwar sowohl in Regierungsfunktion als auch in der Rolle der Opposition.“ Die Kita-Experten nutzen die Wahlkampf-Phase, um möglichst vielen Landespolitikern umfassende Hintergrundinformationen zum Kitabereich zu geben und sie als „Kita-Botschafter“ im politischen Alltag zu gewinnen. „Denn“, meinte Potten, „wir brauchen kein Strohfeuer der Wahlversprechen.“

Am Rande eines großen Kinderfestes auf dem Gelände des Evangelischen Familienzentrums Ruthenberger Rasselbande in Neumünster brachte das Kita-Aktionsbündnis daher heute in einer Expertenrunde mit Landtagskandidatinnnen und –kandidaten die Herausforderungen des Kitabereichs zur Sprache. Beteiligt an der Runde waren unter anderem Kirsten Eickhoff-Weber (SPD), Wolf Rüdiger Fehrs (CDU), Monika Heinold (Bündnis 90/Die Grünen) und Anita Klahn (FDP). Gastgeber war Dietrich Mohr; der Leiter des Familienzentrums hatte den Aktionstag initiiert und die Politikerinnen zum Gespräch mit den Vertretern des Kita-Aktionsbündnisses eingeladen.

Konsens bestand unter den Gesprächsteilnehmern darüber, dass man sich über die richtige Reihenfolge einigen müsse, in der die dringenden Aufgaben im Kitabereich angegangen werden sollen.

„Dies ist für uns ein guter Anfang“, meinte Sven Hinrichsen, KiTa Referent beim PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein, „denn wir brauchen eine ernsthafte Debatte, unabhängig vom Parteibuch, und die Bereitschaft, sich im Interesse der Kinder an einen Tisch zu setzen, um gemeinsam nach guten Lösungen zu suchen.“ Das Kita-Aktionsbündnis, zu dem die Landeselternvertretung, Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften gehören, sei zu einer solchen Debatte gerne bereit. 

Die Eltern wünschen sich in erster Linie eine landesweite Angleichung der Elternbeiträge „in akzeptabler Höhe“, sagte der Vorsitzende der Landeselternvertretung, Volker Peters. Sehr wichtig sei den Eltern auch eine Stabilisierung der Strukturqualität in den Einrichtungen.

„Um den Kindern und den Beschäftigten gerecht werden zu können, ist ein besserer Fachkraft-Kind-Schlüssel notwendig, im Klartext: Die Kitas brauchen mehr Personal“, erklärte Henning Garken, Vorstandsmitglied der GEW Schleswig-Holstein. Wie brisant die Situation tatsächlich ist, hatte erst Ende letzten Jahres eine wissenschaftliche Studie zu Personalausfällen der Kitas in Schleswig-Holstein gezeigt. „Es muss daher in erster Linie mehr Geld ins System, um die Qualität und die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern“, so Garken.

Seit langem fordert das Bündnis eine grundlegende Reform des unübersichtlichen und unausgewogenen Kita-Finanzierungssystems. „Wir hoffen sehr, dass es in der kommenden Legislaturperiode gelingt, dies endlich umzusetzen“, so Torsten Geerdts, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände (LAG) und DRK-Vorstandssprecher. „Dafür brauchen wir Landtagsabgeordnete, die in den Kitathemen zuhause sind und sich gemeinsam mit uns für die Belange der Kinder und der Familien einsetzen. Wir freuen uns, dass wir hier parteiübergreifend auf eine große Bereitschaft stoßen.“

Die LAG hatte in den zurückliegenden Wochen gemeinsam mit dem Kita-Aktionsbündnis alle Kandidatinnen und Kandidaten für den nächsten Schleswig-Holsteinischen Landtag eingeladen, eine Kita in ihrem Wahlkreis zu besuchen und unter den tatsächlichen Alltagsbedingungen kennen zu lernen. Rund 60 Politikerinnen und Politiker haben von dieser Einladung Gebrauch gemacht und sich den Kita-Alltag angeschaut. Dabei wurden sie mit Eindrücken, Informationen und einer Plakette versorgt, die sie als „Kita-Botschafter“ auszeichnet.

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