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War Jesus Demokrat? - Demokratiebildung und Religionspädagogik gehören für Evangelische Kitas zusammen


Datum: 09.12.2019

Bundesweit erste Multiplikatorinnen-Schulung abgeschlossen - Pressemitteilung und O-Töne

Anbei finden Sie die Pressemitteilung des Verbandes Evangelischer Kindertageseinrichtung vom 09.12.2019 zur bundesweit ersten Multiplikatorinnen-Schulung "Demokratiebildung aus evangelischer Perspektive" in kirchlich-diakonischen Kitas.

Im Bereich der Kirchengebietspresse stellen wir Ihnen darüber hinaus einige O-Töne zur Verfügung, Stimmen von Teilnehmer*innen der Multiplikator*innen-Schulung. Die Porträtfotos der zitierten frischgebackenen Multiplikator*innen wie auch Fotos vom begleitenden Filmprojekt können Sie als hochaufgelöste jpg-Dateien beim VEK anfordern.

 

Pressemitteilung

War Jesus Demokrat? - Demokratiebildung und Religionspädagogik gehören für Evangelische Kitas zusammen
Bundesweit erste Multiplikatorinnen-Schulung abgeschlossen

Rendsburg, 09.12.2020. 17 Fachberaterinnen aus dem evangelischen Kitabereich in ganz Deutschland haben am vergangenen Wochenende beim Verband Evangelischer Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein e.V. (VEK) ihre Langzeitqualifizierung zum Thema ‚Demokratiebildung in evangelischen Kitas: Fit für Demokratiebildung - Der evangelische Weg ‘ abgeschlossen. Das Besondere an dieser Qualifizierung: Erstmals überhaupt wurden hier die Themen Demokratiebildung und Religionspädagogik bezogen auf frühkindliche Bildung so systematisch miteinander verknüpft.

„Demokratiebildung und Integrierte Religionspädagogik miteinander zu verflechten, haben die Teilnehmenden als neue und spannende Herausforderung entdeckt“, erklärt Pastorin Maike Lauther-Pohl, theologische Referentin für Religionspädagogik beim VEK und Dozentin des Kurses.

„Das gilt sowohl für die Arbeit mit den Kindern als auch für sie als Fachberater*innen in der Arbeit mit den pädagogischen Fachkräften“, so Lauther-Pohl.

Wie ein roter Faden zogen sich die Aspekte Selbstbestimmung, Mitbestimmung und gemeinsame Gestaltung der eigenen Lebenswelt durch die Fortbildung, ob es nun um Beteiligungsmethoden der Kinder bei Alltagsentscheidungen in der Kita ging, um das Erzählen und Miterleben biblischer Geschichten oder um neue Methoden, die die Kursteilnehmerinnen selbst ausprobieren durften. „War Jesus Demokrat?“ oder „Kann die Teilnahme an einer Andacht in der Kita für die Kinder in einer Evangelischen Kita freiwillig sein?“ waren zwei von vielen Fragen, denen sich die angehenden Multiplikator*innen während der drei Fortbildungsmodule stellten.

„Die Weiterbildung hat gezeigt: Evangelisches Profil ist nicht ohne Beteiligung und Stärkung der Kinder zur eigenen Meinung und zum eigenen Glauben denkbar“, so das Fazit von Kurs-Dozentin Franziska Schubert-Suffrian, stellvertretende Geschäftsführerin und koordinierende Fachberaterin des VEK. „Die Teilnehmenden haben besonders gewürdigt, wie wichtig für sie war, in allen Dimensionen der Demokratiebildung die evangelische Perspektive mitzudenken“, betont sie.

Der VEK führt das Projekt zur ‚Demokratiebildung in Kindertagesein-richtungen aus evangelischer Perspektive‘ im Auftrag der Diakonie Deutschland und mit Mitteln des Bundesfamilienministeriums durch. Das Projekt ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben“. Zum Gesamtpaket gehören neben der Multiplikatoren-Schulung auch Filmsequenzen aus dem Alltagsgeschehen in Evangelischen Kitas; eine Handreichung für Fachberater*innen erscheint Anfang nächsten Jahres.

„Ich bin froh, dass uns das Vertrauen geschenkt wurde, das Vorhaben zu realisieren“, erklärt VEK-Geschäftsführer Markus Potten. „Für eine strukturierte Demokratiebildung aus bewusst evangelischer Perspektive in den kirchlich-diakonischen Kitas leistet dieses Projekt Pionierarbeit; so etwas gab es bisher noch nicht in der evangelischen Kitalandschaft in Deutschland“, so Potten weiter. „Wir bieten damit systematisches Arbeitsmaterial, um die Multiplikator*innen mit dem notwendigen Handwerkszeug auszustatten.“

„Auch Kolleg*innen, die bereits seit Jahren im Bereich Partizipation und Beteiligung erfahren sind, haben deutlich gemacht, dass sie wertvolle und bereichernde Aspekt mitnehmen konnten“, bestätigt Michael Regner, Fortbildungsreferent des VEK und Dozent des Kurses.

Den fachlich professionellen Austausch über die Bundesländer hinweg haben die Fachberater*innen als großen Schatz erlebt. Jetzt geht es für die frischgebackenen „Multiplikator*innen für Demokratiebildung aus evangelischer Perspektive“ zurück in den Alltag, in ihre Landeskirchen und evangelischen Kita-Verbände, etwa nach Duisburg, Düsseldorf, Würzburg oder Karlsruhe, Breklum oder Greifswald. Dort können sie ihre gestärkten und erweiterten Kompetenzen in ihrem Berufsalltag einsetzen, in der Beratung von evangelischen Kita-Teams, Kita-Leiterinnen und Trägervertreterinnen.

Hier geht es zur  Pressemitteilung als pdf-Dokument.

Hier finden Sie die  Übersicht über die Pressefotos (aus dem begleitenden Filmprojekt zur "Demokratiebildung aus evangelischer Perspektive, Fotos: Schubert-Suffrian); die gewünschten Bilder können Sie hier als jpg-Dateien anfordern.

Die pdf-Datei mit den "Stimmen" zur Multiplikator*innen-Schulung gibt es hier. Porträtfots der zitierten Teilnehmer*innen (Jpg) können Sie hier anfordern.

 

Demokratiebildung aus evangelischer Perspektive - „Frischgebackene“ Multiplikator*innen sagen dazu:

„Für mich liegt die Begründung für das Thema Demokratiebildung und Partizipation in der Reformation. Aber auch darüber hinaus sind Grundlagen unserer Arbeit in evangelischen Kitas das christliche Menschenbild, die Gleichwertigkeit und Gleichwürdigkeit aller Menschen. Diese Grundannahme zu übersetzen in tägliche pädagogische sowie religionspädagogische Arbeit macht Qualität der evangelischen Kitas aus.

Ich konnte in der Multiplikatorinnenqualifizierung mein eigenes Fachwissen ausbauen und werde dies nun nutzen, um die Teams über die Qualifizierung und Beratung in ihrer Tätigkeit zu unterstützen.

Zu meiner Motivation, hier an der Schulung teilzunehmen: Es ist das einzige Angebot, wo der Zusammenhang von evangelischem Profil und Demokratiebildung hergestellt wird. Das gibt es bisher sonst noch nicht, und aus dem Grund finde ich das ganz wertvoll. Wir haben in der badischen Landeskirche ein Projekt über vier Jahre zur Profilbildung. Für mich ist dabei die Verknüpfung zur Demokratiebildung etwas ganz Zentrales.

Eine besondere Qualität hat diese Schulung, weil wir hier im Kreis von Kolleginnen, die sich mit dem Thema selbst schon auseinandergesetzt haben, noch einmal sehr viel tiefer ins Thema einsteigen und miteinander reflektieren.“

Ulrike Pönisch, Fachberaterin, Diakonisches Werk der Evangelischen Landeskirche in Baden

 

„Besonders die religionspädagogischen Angebote haben mich an dieser Fortbildung sehr interessiert. Denn das Thema Partizipation ist schon sehr bekannt. Aber die religionspädagogische Fortbildung für Fachberatungen kommt meiner Erfahrung nach zu kurz, da gibt es kaum Angebote. Diese religionspädagogischen Einheiten haben mich sehr berührt und emotional angesprochen.

Die Filmsequenzen aus dem Projekt „Fit für Demokratiebildung“ finde ich gut als Diskussionsgrundlage, ob mit Leitungen oder Kita-Teams. Die kann man in den unterschiedlichen Settings einsetzen, in denen wir uns bewegen. Sie regen zur Diskussion an, sind Impulse, verbreiten aber keine „Wahrheit“. Das ist sehr hilfreich, um die Menschen anzuregen, selbst in einen Denkprozess zu kommen.

Ich freue mich jetzt sehr auf die Handreichung, die noch in Arbeit ist. Denn dadurch wird auch in der Öffentlichkeit deutlich: Wir haben von der Evangelischen Kirche aus etwas zu sagen zum Thema Demokratie. Und das kann man mit der Handreichung nochmal untermauern.“

Frauke Schmidt, Fachstelle Kindergartenarbeit der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, Niedersachsen

 

„Die evangelische Perspektive im Thema Demokratiebildung ist sehr spannend, bringt neue Impulse und weitet den Blick für die Beratungspraxis in evangelischen Kitas.

Das Thema Partizipation ist aus kinderrechtlicher Sicht relativ klar und fester Bestandteil meiner täglichen Arbeit. Die Erweiterung um die religionspädagogische Perspektive ist noch einmal ein deutlicher Mehrwert dieser Fortbildung für mich.“

Michael Heller, Pädagogischer Qualitätsbegleiter in Kitas, Evangelischer KiTa-Verband Bayern e.V., Bezirk Unterfranken

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